Presse- und Medienarchiv

Informationsbausteine wie Texte, Fotos, Statements, Positionen und Faksimiles bereits erfolgter Veröffentlichungen des Hospizvereins Singen und Hegau e.V. finden Sie hier für Ihre Recherchen und Veröffentlichungen chronologisch geordnet.

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28. Januar 2019

Von Wölfen und Schafen

Lesung von Wilhelm Waibel im Hospizverein

Bereits zum zweiten Mal lud der Hospizverein Singen und Hegau e. V. in die Räume der Villa Wetzstein zu einer Lesung ein. Die Vorsitzende des Hospizvereins, Irmgard Schellhammer, konnte den Singener Ehrenbürger Wilhelm Waibel auf der Couch im Kaminzimmer begrüßen. Er las in beeindruckender Weise aus seinem Buch „Warte auf mich Babuschka“.

Gebannt hörten rund 30 Zuhörer die Geschichte von Ludmilla, einer ukrainischen Zwangsarbeiterin in den Jahren 1944 und 45 in Deutschland. „Die Geschehnisse sind Realität und wurden tatsächlich erlebt“, so Waibel, „auch wenn die Personen nicht wirklich existiert haben“. Wilhelm Waibel hat seine eigenen Erfahrungen und unzählige gehörte Geschichten in diesem Buch verarbeitet.

Ludmilla wird als junges Mädchen nach Deutschland gebracht, wo sie in einer Metallwarenfabrik arbeiten muss. Von Heimweh nach ihrer Mutter und Babuschka, ihrer Großmutter, geplagt, übersteht sie die schwere Zeit. Babuschka warnte sie vor den Wölfen. Es gäbe überall auf der Welt Wölfe und Schafe, und nicht jeder, der in feine Wolle gekleidet ist, ist ein gutes Schaf.

Mit der Zeit macht Ludmilla immer wieder die Erfahrung, dass es bei den Deutschen unter den Wölfen auch Schafe gibt. Und als sie nach schweren Jahren wieder zurückkehrt, muss sie die Erfahrung machen, dass es unter den Schafen zu Hause auch Wölfe gibt.

Am Ende steht sie vor der Frage: Hat sie die Granate gebaut, die ihrem Vater das Bein zerriss? Ist sie schuld am Tod und Leid vieler Landsmänner?

Betroffenes und berührtes Schweigen folgte dem Vortrag und ging dann in anregende Gespräche und viel Austausch über eigene Erfahrungen über. Viele Zuhörer haben diese Zeit selbst erlebt und erzählten von den eigenen erlebten Kriegsjahren, Flucht und Ängsten.

Wilhelm Waibel spendete den Erlös vom Verkauf des Büchleins dem Hospizverein.

Das Büchlein können Sie noch für 10 € im Hospizverein erwerben.

 

Text und Bild: Martina Fahr-Rackow

02. Januar 2019

Nächste "Lesung im Wohnzimmer": Wilhelm Waibel

Der Singener Ehrenbürger und Heimatforscher Wilhelm Waibel wird am 22.01.2019 um 19:00 Uhr auf dem Sofa im Kaminzimmer des Hospzverein Singen und Hegau e.V. in der Villa Wetzstein, Hegaustraße 31, Platz nehmen, und aus seinem Buch „Warte auf mich, Babuschka“ lesen.

Zitat aus dem SÜDKURIER:

„Wilhelm Waibel ist Heimatforscher – einer der bekanntesten der Region. Der ehemalige Prokurist und Informatiker hat sich ein Feld ausgesucht, das bis heute vermint ist. Spätes Drittes Reich, Besatzungszeit – damit macht man sich wenig Freunde. Andere Heimatforscher haben es einfacher: Die Bronzezeit widerspricht nicht, das Mittelalter ist nicht beleidigt. Nur mit der NS-Zeit und dem verlorenen Krieg ist es anders. Man erringt wenig Sympathien, wenn man die Akteure dieser Zeit unter die Lupe nimmt. Inzwischen staunt Waibel nicht mehr über jene Archivare und regionalen Chronisten, die einen großen Bogen um diese Epoche machen.“

30. November 2018

Gruppenabend

Zum Jahresabschluss waren die Ehrenamtlichen des Hospizvereins zum Gruppenabend eingeladen. Nach einem besinnlichen Einstieg durch die beiden Koordinatorinnen ehrte die Vorsitzende, Frau Schellhammer, mehrere Begleiterinnen, die sich jetzt nach vieljährigem Dienst, aus diesem ausscheiden wollen.

Anschließend gab es ein gemütliches Beisammensein, bei dem intensive Gespräche unter den Teilnehmern geführt werden konnten.

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16. Oktober 2018

Pantomime und Musik zum Welthospiztag

Zum Welthospiztag am 13. Oktober lud der Hospizverein Singen und Hegau e.V. zu einer ganz besonderen Veranstaltung ein. Mehr als 100 Interessierte folgten der Einladung und füllten den Walburgissaal auf der Musikinsel fast bis auf den letzten Platz. Irmgard Schellhammer erinnerte in Ihrer Begrüßung an Dame Cicely Saunders,

der Gründerin der modernen Hospizbewegung, die in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre und zitierte den von Saunders geprägten Leitspruch der Hospizbewegung: „You matter because you are you. You matter to the last moment of your life, and we will do all we can, not only to help you die peacefully, but also to live until you die.“ (Du bist wichtig, weil Du Du bist. Und Du bist wichtig bis zum letzten Moment deines Lebens. Wir werden alles tun, was wir können, damit Du nicht nur friedvoll sterben kannst, sondern leben bis zuletzt.“)

Der Pantomime Christoph Gilsbach präsentierte sein Stück „Das Leben – eine lebendige Begegnung mit dem Tod“ in neun Szenen, die alle gleichermaßen beeindruckend waren und Stationen aus dem Leben von Menschen von der Kindheit bis zum Tod darstellen. Immer wieder taucht der Tod als allgegen­wärtiger Begleiter auf, wird aber von den Menschen verdrängt, solange es geht. Da ist der jugendliche Held, der als Soldat den Tod seines Kameraden erlebt, der erfolgreiche Börsenmensch, der versucht den Tod zu bestechen und der Verlierer, der den Tod vergeblich bittet, ihn ins Himmelreich mitzunehmen. Eine sehr berührende Szene zeigt eine Mutter, die den Tod ihres Kindes beklagt und zunächst dem Herrgott schwere Vorwürfe macht und nachdem sie den Tod entdeckt hat, diesen mit Steinen bewirft und schließlich ihm doch ihr Kind in Obhut gibt. Schließlich die Szene, in der der Clown mit dem Tod Walzer tanzt und dann der Abschluss: Ein alter Herr tritt auf und das Stück endet, als zu Louis Amstrongs „What a wonderfull world“ Schmetterlinge hinter dem Paravent aufsteigen.

Elmar Amann umrahmte und begleitete das Stück auf seiner Konzertgitarre kongenial. Mit einer sehr sorgfältigen, auf die Szenen abgestimmten Auswahl von Stücken, gab er dem Publikum immer wieder Gelegenheit, sich auf etwas Neues einzulassen.

Die Zuschauer dankten beiden Künstlern mit intensivem und lang anhaltendem Beifall und dem Hospizverein mit großzügigen Spenden am Ausgang.

 

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